Wakeboard Unfall – Schuldschieberei?

Von Matthias am 30. Juli 2015

Liebe Boardnerds, wie viele von euch schon wissen, ereignete sich am Sonntag, den 26. Juli 2015 gegen 12:30, ein Wakeboard Unfall an der Liftanlage in Wien.

Ich wünsche der Sportlerin eine erfolgreiche und rasche Genesung!

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Bei dem tragischen Sportunfall wurde einer 41 jährigen Wakeboarderin der rechte Unterarm zwischen Ellbogen und Handgelenkt abgetrennt. Die Hand konnte, laut Medien, leider nicht mehr angenäht werden. Aber was nun?

Wakeboard Unfall - Liftanlage auf der Donau

Wakeboard Unfall – Liftanlage auf der Donau

Ich möchte ganz klar zum Ausdruck bringen, dass mich die Nachricht über den Unfall genauso geschockt hat wie jeden anderen! Das herabzuspielen wäre eine Frechheit und ich kann der Sportlerin nichts weiter als viel Kraft und Zuversicht wünschen! Doch empfinde ich das Verhalten der MA48, das ist das zuständige Wiener Magistrat, als größte Frechheit und Beleidigung überhaupt! Ich schreibe diesen Artikel nicht um aus dem Unfall Profit zu schlagen, sondern um mich auf die Seite meines Wakeboardlifts zu stellen der hier offensichtlich Opfer eines Schreibtischkriegs wird in dem es nur darum geht, dem wütenden Mob einen Schuldigen zu präsentieren!

Die Tatsachen über den Wakeboard Unfall

„Die verunfallte Sportlerin ist eine Wienerin mittleren Alters, die im Besitz einer Monatskarte war und einen 2-stündigen Kurs auf unserer Anlage erfolgreich absolviert hat.“

Die Wakeboardanlage ist seit 1982 in Betrieb, damit wurden 2,3 Mio Fahrten am Lift absolviert. Es ist kein vergleichbarer Wakeboard Unfall bekannt, weder an diesem noch an einem anderen Lift! Quelle: Presseaussendung vom 27. Juli

Am 28. und 29. Juli waren Beauftragte der MA48 vor Ort und haben den Lift kontrolliert wobei einige „Mängel“ festgestellt wurden. Hier liegt der Hund begraben:

  • Zu viele Mitnehmer als behördlich erlaubt!
    Laut MA48 ist die Anzahl der Mitnehmer zu hoch und damit auch der Sicherheitsabstand zwischen den Fahrern zu gering. Der Hund: Die Anlage ist auf 0 – 58km/h zugelassen was bedeutet, dass bei höherer Geschwindigkeit auch weniger Personen fahren können. Bei einer konstanten Geschwindigkeit von 31 km/h hat der Hersteller der Anlage aber eine Zulassung für 12 Mitnehmer! Quelle: Presseaussendung vom 30. Juli
  • Die Schanze ist nicht zugelassen!
    Spricht eher gegen die Arbeitsmoral der MA48! Die Schanze wurde im April beantragt wobei der Akt immer noch unfertig im Magistrat verstaubt. Die Behörde hat daraufhin dem Betreiber Michael Machek bzw. seinem Ziviltechniker mitgeteilt, dass er die Schanze derweilen aufstellen soll, man werde diese in Kürze bewilligen. Das ist meiner Meinung nach die allergrößte Frechheit! Quelle: Presseaussendung vom 30. Juli
  • Ein Highlight bei den Aussagen der Behörde stellt die Frage der Position des Liftwarts dar, um – wie es im Bescheid heißt – die Liftanlage einsehen zu können: Seit 33 Jahren ist die Position des Liftwarts unverändert. Seit 33 Jahren ist diese Position bewilligt. Jetzt kommt die Behörde und meint, dass die Position plötzlich nicht geeignet sei. Quelle: Presseaussendung vom 30. Juli

Schlussendlich meldete sich auch noch der Anlagenhersteller RIXEN zu Wort und dieser hat eine beeindruckende Statistik mitgebracht!

  • Die Produkthaftpflichtversicherung des Herstellers wurde in 50 Jahren kein einziges Mal angesprochen und das bei 1,5 Milliarden gefahrenen Wasserski Kilometern und 6300 Betriebsjahren aller Rixen-Bahnen. Das entspricht 10,3 mal der Strecke von der Erde zur Sonne. Es gibt kein Verkehrsmittel, das bei solch einer Strecke mehr Sicherheit aufweisen kann. Dieser Unfall ist nicht mit einem technischen Fehler zu erklären. Quelle: Presseaussendung des Herstellers am 30. Juli

Der wütende Mob braucht einen Schuldigen

Ich finde es traurig, dass ein Magistrat solch ein Fehlverhalten an den Tag legt, nur um mit dem Finger auf jemanden zeigen zu können und behaupten: ER WARS! Es scheint, als brauche unsere Gesellschaft für alles was passiert einen Grund und somit auch die dazugehörigen Schuldigen. Aber was tun, wenn es einfach nur ein schwerer und tragischer Wakeboard Unfall war? Sind wir nicht in der Lage so etwas zu akzeptieren?

Ich für meinen Teil bin sehr begeistert von meinem zweiten Wohnzimmer an der Donau! Die Cabler stehen mit Rat und Tat zur Seite und auch wenn sie sich um die Anfänger an der Rampe kümmern, hätte ich niemals das Gefühl, dass sie nicht mit dem anderen Auge die Anlage überblicken! Ich bleibe treuer Boarder der Wakeboardanlage in Wien und hoffe sehr, dass der Cable bald wieder anläuft! An dieser Stelle wünsche ich der Verunfallten noch einmal viel Kraft – ebenso dem Betreiber des Wakeboardlifts in Wien den dieser Wakeboard Unfall bestimmt auch hart getroffen hat.

 

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Matthias

Ich bin 27 Jahre alt, stamme aus der belebten Universitätsstadt Leoben in der Steiermark und lebe derzeit in Wien, wo ich für eine große digitale Marketing-Agentur tätig bin. Neben Boardsport und Men`s Lifestyle stellt Benjamin, mein Campingbus, mein größtes Hobby da. Darüber und manchmal auch über ganz andere Themen schreibe ich seit 2014 auf dem Power-Blog.

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2 Kommentare zu “Wakeboard Unfall – Schuldschieberei?”

  1. hi!

    Zuerst gratuliere ich zum Mut, dieses Thema aufzugreifen.
    Schrecklich genug, dass das passieren musste, aber wenn sie eine zuständige Instanz jetzt auf Kosten des Betreibers schadlos halten will, ist das niederträchtig.
    Wenn etwas passiert, muss nachgefragt und gegebenenfalls justiert und adaptiert werden. Nachher ist man (meistens) klüger, gut so, damit eben so etwas nicht mehr passiert. Aber jetzt Versäumnisse des Amtes dadurch in ein Fehlverhalten des Betreibers zu kehren ist absolut untragbar. Nicht immer muss es einen Schuldigen geben, solange alle daraus lernen und es ab sofort besser machen. Wenn man jetzt draufkommt, dass der die Position des Liftwartes nicht optimal war, dann sollte man diese, AB SOFORT ändern, aber nicht rückwirkend verurteilen…..

    1. Matthias sagt:

      Hallo Michael

      Stimmt! Danke für dein Feedback und deine Meinung! Ich als leidenschaftlicher Wakeboarder und Saisonkartenbesitzer am Lift in Wien kann aber nicht glauben das hier etwas nicht erfüllt wurde! Die Recherche zu meinem Artikel hat mich in dieser Meinung nur bestärkt aber sollte etwas nicht stimmen bin ich natürlich froh, dass es untersucht wird! Aber glauben tu ichs nicht 😉

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