Vertical Elektroscooter – Interview mit Testfahrt

Vertical Elektroscooter – Interview mit Testfahrt

Von Matthias am 17. Mai 2016

Ich hatte vor kurzer Zeit die Ehre, den Betreiber von Vertical Elektroscooter, Philipp Halla, in seiner Firmenzentrale zu besuchen. Wir haben in seinem Verkaufsraum über die Geschichte und Zukunft der Elektromobilität gesprochen, haben seine Werkstatt begutachtet und auch eine Testfahrt unternommen. Für mich war das ein wirklich spannendes und äußerst unterhaltsames Erlebnis, zumal ich auch das erste Mal mit einem Elektroscooter unterwegs war. Aber vorab mal ein paar Eckdaten zu Vertical. Vor über 1 Jahr, im April 2015, wurde die Firma von Philipp gegründet und bisher sind in Österreich ca. 200 Stück seines Elektrorollers unterwegs. Er hat zwei verschiedene Modelle zu denen ich unten noch kommen werde. Grundsätzlich beträgt die Reichweite beider Modelle 25 Kilometer mit einer vollen Ladung und sie erreichen Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 30 km/h. Wohlgemerkt wird der Roller mit einer gesetzeskonformen Abrieglung bei 25 Stundenkilometer ausgeliefert, ansonsten bräuchte man eines dieser roten Nummerntafeln die ihr von Mopeds kennt. Super-Sale Angebote bei "Der perfekte Gentleman" - Jetzt zugreifen!

Speedy und UCARVER von Vertical - Power Blog

Speedy und UCARVER von Vertical – Power Blog

Vertical Elektroscooter – Speedy und Ucarver

Speedy ist eine von Vertical intensiv überarbeitete Weiterentwicklung eines chinesischen Modells. Das bedeutet, dass Vertical den Elektroroller vollkommen zerlegt und nach einer eingehenden Prüfung noch einige spezielle Features aus der Ideenschmiede von Vertical hinzufügt. Das Produkt verfügt nach der Aufrüstung über einen austauschbaren Lithium Ionen Akku, eine Magnetbremse sowie einen Tachometer mit Licht und Hupe. Die Reifen sind aus Vollgummi, zumindest beim Speedy. Philipp bezeichnet den Speedy gerne als den Sportwagen aus dem Hause Vertical. Das Fahrzeug schlägt mit 999€ zwar ordentlich zu Buche, meine Einschätzung nach der Testfahrt spricht aber für ein sehr gutes Preis-Leistung Verhältnis. Der Elektroroller Speedy hält, je nach Gebrauch, ungefähr 6 Jahre wobei nach 3 Jahren ein Wechsel der Batterie empfohlen wird. Das hängt jedoch mit dem Gebrauch zusammen. Philipp meinte, dass wirklich intensive Nutzer ca. 1000 Kilometer pro Jahr damit zurücklegen. Er selbst fährt damit jeden Tag, unterstützend zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, durch die gesamte Stadt. Bei einem Gewicht von 8-9 Kilo lässt sich das Gerät nämlich ausgesprochen gut in der U- und S-Bahn mitnehmen. Mit Longboards könnte man ja Türen einschlagen.

Der Ucarver hingegen ist ein österreichisches Produkt, welches sogar dem österreichischen TÜV Prüfung stand gehalten hat. Er ist, im Vergleich zum Sportwagen, eine mit drei Luftreifen bestückte, größere und schwerere Alternative die man also eher als Limousine bezeichnen könnte. Grundsätzlich hat er seine Dienste erfüllt und auch einige Vorteile wie, dass er durch seine drei Reifen von selbst steht und man auch während der Fahrt einen sichereren Stand hat. Das alles macht den Ucarver zu einem guten Produkt – wenn ich mich entscheiden müsste würde ich aber den Sportwagen wählen. Das Fahrgefühl des Vertical Elektroscooter „Speedy“ einfach zu genial! Hinzukommt, dass der Vertical Ucarver einen stolzen Preis von 1800€ hat und der Akkutausch auch teurer ausfallen würde. Ich glaube aber auch, dass das an mir liegt denn ich bin nicht die Zielgruppe. Mir machte der Speedy einfach mehr Spaß, einem Manager könnte das aber ganz anders gehen.

Power-Blog mit dem Speedy von Vertical

Power-Blog mit dem Speedy von Vertical

Vertical Elektroscooter – Die Testfahrt

Nach dem Gespräch mit Philipp in seinem Verkaufsraum, durften wir die Vertical Elektroscooter auch gleich testen. Ich bekam einen Speedy, meine Freundin einen Ucarver und wir machten uns auf. Hier fiel gleich mal auf, dass der Ucarver auf Kopfsteinpflaster und anderen unebenen Untergründen wesentlich besser auf der Straße liegt und man nicht so durchgeschüttelt wird wie mit der 1-spurigen Variante. Der Speedy ist dafür für guten Asphalt besser geeignet und liegt fetziger in der Kurve. Was man eventuell noch dazusagen sollte: Der Speedy verleitet durch seinen schnittigen Aufbau sehr dazu die Kurvenlage maximal auszunutzen und wir hatten beim Testen beide das Gefühl, dass Übermut in Kombination mit nassem Untergrund oder Kieselsteinen auf der Straße eventuell in einem Sturz enden könnte. Also: vorsichtig fahren, aber Sportwagenfeeling ist jedenfalls garantiert. Der Ucarver hingegen ist stabiler, hat auch ein extra Gelenk für eine gute Kurvenlage, die Möglichkeit sich richtig reinzulehnen stößt aber recht schnell an Ihre Grenzen. Hier kommt es eben einfach drauf an, ob man der Sportwagen- oder Limusinen-Typ ist. Insgesamt ist das Fahrgefühl mit einem Elektroscooter zwar erstmals gewöhnungsbedürftig, weil sich 30 km/h auf so einem kleinen Gerät und nur wenige Zentimeter vom Boden entfernt doch etwas schnell anfühlen, aber wenn man es mal raus hat ist es wirklich toll. Nach wenigen Minuten der Eingewöhnung flitzt man schon mit einem freudigen Grinsen durch die Gassen und Parks. Speziell vom Zuhause zur Ubahn oder innerhalb von Fußgängerzonen sind diese Fahrgeräte wirklich eine Erleichterung und Zeitersparnis.

Power-Blog mit Elektroscootern von Vertical - Vertical Elektroscooter

Power-Blog mit Elektroscootern von Vertical – Vertical Elektroscooter

Elektromobilität ist die Zukunft

Ich habe mich danach noch ein wenig mit Philipp über seine Beweggründe unterhalten. Er erzählte mir, was er hinter seinem Scooter sah und ich muss sagen, er hat eine sehr motivierende Vision. Für Ihn ist die Elektro Technologie nach wie vor ein anhaltender Trend obwohl das Wunder der Elektrizität schon seit einigen hundert Jahren bekannt ist. Die Batterietechnologien werden ständig besser und Elektrotankstellen werden häufiger. Gleichzeitig werden Autos und klassische Verbrennungsmotoren immer weiter aus Städten zurückgedrängt werden. Diesen Trend möchte er Ausnutzen und deshalb unterstützende Verkehrsmittel wie Scooter zur U-Bahn oder Elektroautos für den städtischen Verkehr anbieten. Der erste Schritt ist bereits getan. Die Firma ist gegründet, die Vision vor Augen!

 

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Matthias

Ich bin 25 Jahre alt, stamme aus der belebten Universitätsstadt Leoben in der Steiermark und lebe derzeit in Wien, wo ich für eine große digitale Marketing-Agentur tätig bin. Habe mit 10 Jahren zu Snowboarden begonnen und seither haben mich alle Arten von Boards in ihren Bann gezogen. Derzeit stehe ich meist auf meinem Longboard, das ich liebevoll Kiwi nenne und meinem Wakeboard. Eine andere meiner Leidenschaften ist das Wind – und Kitesurfen aber auch das Wellenreiten, welches sich in Österreich leider nur eingeschränkt ausüben lässt! Ich beherrsche nicht alles perfekt, liebe aber das Gefühl auf einem Board zu stehen und bin grundsätzlich eher Freerider als Freestyler.

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5 Kommentare zu “Vertical Elektroscooter – Interview mit Testfahrt”

  1. Julian sagt:

    Cooler Artikel – werde nächste Woche auch einen E-Roller probe fahren – aber von BMW 🙂

    1. Matthias sagt:

      WoW! BMW klingt ziemlich edel, wusste aber nicht, dass die auch E-Roller bauen!
      Bestimmt auch geile kleine Flitzer! =)

  2. ferdl sagt:

    „Speedy ist eine von Vertical intensiv überarbeitete Weiterentwicklung eines chinesischen Modells. Das bedeutet, dass Vertical den Elektroroller vollkommen zerlegt und nach einer eingehenden Prüfung noch einige spezielle Features aus der Ideenschmiede von Vertical hinzufügt. Das Produkt verfügt nach der Aufrüstung über einen austauschbaren Lithium Ionen Akku, eine Magnetbremse sowie einen Tachometer mit Licht und Hupe.“

    Lt. meinem Kenntnisstand ist diese Information Falsch. Das einzige das Vertical am Fahrzeug verändert ist das Rücklicht das eingebaut wird.
    Ansonsten aber nichts.
    Weder der Akku noch die Magnetbremse oder der Tacho mit Licht und Hupe weichen vom Standardmodell ab.

    Sieht SXT Light
    oder haben die Exat die selben Verbesserungen vorgenommen?

    Das Produkt ist auch ohne Marketing Bla ein sehr tolles.

  3. Lena sagt:

    Wirklich toller Beitrag! Ich bin auch schon länger am Überlegen, ob ich mir einen E-Scooter zulegen soll und werde am Donnerstag nun endlich eine Testfahrt durchführen, um zu sehen, ob es wirklich das richtige für mich ist – Eurem Beitrag nach zu urteilen ist ja beim Scooterfahren schon ein großer Fahrspaß garantiert 🙂

    1. Matthias sagt:

      Hallo Lena,

      ja, der Fahrspaß ist wirklich garantiert!
      Vor allem wenn man einen sportlichen Fahrstil hat wird man beim Speedo auf seine Kosten kommen.
      Danke für dein Feedback =)

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