Longboard – Über Bustüren, Sicherheit und die Rechtslage!

Von Matthias am 29. Mai 2015

Ich habe vor drei Jahren begonnen Longboard zu fahren und würde mein Board namens Kiwi um nichts in der Welt mehr hergeben. Da ich den Boardsport dem Ballsport in jeder Welt vorziehen würde habe ich bereits viel Erfahrung mitgebracht und die Anfänge waren kein Problem. Allerdings setzte ich auf einige elementare Gleichgewichtsübungen um die gefühlte Sicherheit am Board zu steigern:

© by Matthias

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Auf einem Bein stehen

Bietet sich beim Zähneputzen an und ist allgemein eine gute Gleichgewichtsübung. Dabei sollte aber nicht nur das bessere Standbein trainiert werden sondern vor allem auch das andere. Heißt à Regular Fahrer rechtes Bein, Goofy Fahrer linkes Bein!

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Auf einem Bein am Board stehen / rollen

Eine Übung die durchaus ein wenig Zeit braucht um sie erfolgreich zu bewältigen. Stellt euch, anfangs in der Wiese, wo ihr nicht wegrollen könnt, mit einem Bein mittig auf das Board. Jetzt lehnt ihr euch nach vorne sodass ihr ausseht wie eine EiskunstläuferIn auf einem Bein.

Diese Übung solltet ihr, am Besten mit beiden Beinen, solange versuchen bis ihr es auf dem fahrenden Board schafft. Dabei im vorderen Bereich bis über die Achse mittig positionieren. Das trainiert euer Gleichgewicht enorm und ist wichtig um wirklich kräftig antauchen zu können. Außerdem werdet ihr euch am Board wesentlich schneller Sicher fühlen.

Vom Leichten zum Schwierigen

Beginne nicht auf einem Hügel! Ein leichtes Gefälle ist natürlich eine tolle Herausforderung aber versuche dich nicht gleich an Hängen die du vielleicht vom Snowboard gewöhnt bist. Ein Longboard kannst du nicht einfach durch Druck auf den hinteren Fuß bremsen was es, vor allem bei höheren Geschwindigkeiten, schwierig macht langsamer zu werden. (Fahrtechnik: Sliden)

Wähle für deine ersten Fahrversuche eine breite Straße ohne Verkehr. Je weitere Schwünge du fährst je eher hast du deine Geschwindigkeit unter Kontrolle und kannst diese auch halten. Wenn du dann das richtige Gefühl für dein Board hast kannst und sollst du auch steilere Hänge fahren. Ansonsten wächst du nicht mehr weiter, aber denke immer an einen Helm!

Die Rechtslage

In Österreich kann man folgendes sagen: Das Longboard ist im Lenks- und Querverkehr in der Fußgängerzone sowie auf Radwegen und Straßen verboten! PUNKT! Ausdrücklich erlaubt ist es nur an wenigen Orten wie dem Donaupark in Wien oder auch der Donauinsel. Aber warum eigentlich?

Gerne übersehen aber im Ernstfall unheimlich wichtig! Kenne die Rechtslage!

Dein Board hat die doofe Angewohnheit, auch ohne dass du darauf stehst, weiter zu rollen und damit dann wirklich unkontrollierbar zu sein.

Erstes Beispiel:

Stell dir vor du fährst in Wien am Gürtel und ein Radfahrer schneidet dich. Du fällst vom Board und das macht sich dann selbstständig auf den Weg quer über den vierspurigen Gürtel. Du bist Verantwortlich für alle Schäden, und das ohne Zweifel! Nicht der Radfahrer, auch wenn er den Fall vom Board verursacht hat!

Zweites Beispiel:

Du bist auf dem Gehweg unterwegs und fährst auch wirklich nicht schnell. Der Gehweg ist eigentlich richtig breit aber plötzlich eilt eine Mutter mit ihrem Kind an der Hand aus der Tür. Sie übersieht dich und du kannst nicht mehr bremsen oder ausweichen. Du wirfst Sie um die Mutter knallt mit dem Kopf auf dem Boden auf. Selbst wenn es nur eine Bäule am Kopf ist, bist du absolut haftbar und ohne Zweifel Schuld am Unfall! Also keine gute Rechtslage für das Longboard.

Ausnahme: Das Longboard gilt auch als Spielzeug was eine Benutzung bei Schrittgeschwindigkeit in der Fußgängerzone durchaus erlaubt. Ca. 5 km/h

Hier ein interessanter Bericht des Standard aus dem Jahre 2013 zur aktuellen Rechtslage!

Mein größter Unfall!

Der war nicht einmal im fahrenden Zustand sondern, ja lieber Leser und Innen, in einem Bus der GVB in Graz. Ich saß auf einem Doppelsitz mit einem Doppelsitz gegenüber und mein Longboard lag neben mir auf dem Sitz. Ich kannte die Strecke, war aber in mein Smartphone vertieft. Wie blöd! Plötzlich machte der Bus eine 90° Kurve und das Board wurde durch die Fliehkräfte vom Sitz gedrückt. Ich versuchte es, gleich wie der helfende Mann hinter mir, noch zu erwischen. Doch es knallte auf dem Boden auf und genau in dem Moment beschleunigte der Busfahrer und das Longboard durchschlug mit einem ordentlichen Knall die hintere Ausstiegtür.

Ich war so ehrlich und lief nicht davon, auch wenn ich es mir ehrlich gesagt kurz überlegte. Der Busfahrer nahm meine persönlichen Daten auf und ich nahm es mit Galgenhumor. Einige Wochen später erfuhr ich, dass sich der Schaden auf 1500€ beläuft und meine Haushaltsversicherung willigte erst viele Wochen und viele Nerven später ein den Schaden zu übernehmen. Ich hatte Glück aber auch nur weil ich nicht die billigste Haushaltsversicherung hatte denn selbst zahlen wäre für mich als damaliger Student de facto gar nicht möglich gewesen.

Ich will euch vorm Longboard keine Angst machen und auch rate ich niemandem davon ab. Allerdings möchte ich euch dazu animieren beim Boarden euren Kopf einzuschalten und auch wirklich genau zu überlegen welches Risiko ihr eingeht und welches nicht mehr. Ich persönlich nutze seit diesem Vorfall mein Board ausschließlich auf der Donauinsel als Sportgerät und nicht mehr um von A nach B zu kommen. Mir ist das Risiko einfach zu groß geworden und außerdem wird man merken, dass man schnell mal ein Gespräch mit der Polizei zu führen hat wenn diese Gefahr in Verzug vermuten. Eine Änderung der aktuellen Rechtslage ist anscheinend auch nicht in Sicht.

Fazit:

Longboarden ist ein durchaus gefährlicher Sport der mit Ernsthaftigkeit zu betreiben ist! Seit euch der Gefahren bewusst und überschätzt euch nicht, übt und trainiert und dann werdet ihr weder Bustüren noch Sprunggelenke zerschmettern!

Stay tuned and Board your way!